Kurzantwort: Eine dichte Wanddurchführung beginnt mit der Kernbohrung: Gefälle nach außen bei Lüftung und Abluft (Hersteller nennen etwa 1 bis 3 Grad), ein Bohrmaß genau passend zur Dichtung und eine glatte Bohrlochwand ohne Ausbrüche. Abgedichtet wird mit einer Ringraumdichtung oder einem System des Herstellers. Bei erdberührten Wänden, drückendem Wasser und tragenden Bauteilen gehört die Planung in die Hand von Fachbetrieb und Tragwerksplaner.
→ Diamantbohrkronen für Kernbohrungen
Welche Durchführung, welche Anforderung?
| Durchführung | Gefälle | Abdichtung | Wer entscheidet |
|---|---|---|---|
| Abluft, Dunstabzug, dezentrale Lüftung | nach außen, laut Herstellern ca. 1 bis 3 Grad | Mauerkasten bzw. Rohbauset nach Anleitung | Montageanleitung des Geräts |
| Kabel, Leerrohr über Gelände | nach außen | Kabeldurchführung, Ringraumdichtung | Elektrofachbetrieb, Netzbetreiber |
| Hausanschluss im Erdreich | nach Planung | Ringraumdichtung, Mauerkragen, Flansch | Planer, Fachbetrieb, Abdichtungsnorm DIN 18533 |
| Abwasserrohr | Leitungsgefälle nach Entwässerungsplanung | Ringraumdichtung oder Systemlösung | Fachbetrieb SHK |
Warum Gefälle nach außen?
Bei Lüftungs- und Abluftdurchführungen kann Kondenswasser im Rohr entstehen. Hersteller verlangen deshalb eine Kernbohrung, die von innen nach außen fällt, damit Wasser nicht in den Wohnraum läuft. Ein Hersteller dezentraler Lüftungsgeräte nennt 1 bis 3 Grad und eine Kernbohrung von 162 mm, ein anderer 2 Grad. Für Kabel und Leerrohre gilt dasselbe Prinzip: Wasser, das außen eindringt, soll nicht nach innen laufen.
So bohren Sie mit Gefälle: Den Bohrständer schwenken oder den Ständerfuß unterfüttern, bis der Winkel stimmt. Den Winkel vor dem Anbohren mit einer Wasserwaage mit Winkelanzeige prüfen. Mit Gefälle wird das Loch in der Wand etwas länger als die Wandstärke, rechnen Sie das bei der Nutzlänge der Krone ein.
Die Bohrlochwand entscheidet über die Dichtheit
Ein Hersteller von Ringraumdichtungen nennt für Kernbohrungen folgende Anforderungen:
- Durchmesser innerhalb der Toleranz minus 1 bis plus 2 mm zum Nennmaß der Dichtung.
- Bohrlochwand möglichst glatt, ohne Rillen und Lunker.
- Vorhandene Ausbrüche und Risse vorher ausbessern, etwa mit Schnellbindezement.
- Bei porösen Kernbohrungen eine Kernbohrungsversiegelung einsetzen.
Daraus folgt für das Bohren: Bohrständer fest, Krone mit Nassbohrung in Beton, gleichmäßiger Vorschub, beim Durchbruch Druck zurücknehmen, damit die Außenkante nicht großflächig ausbricht. Das richtige Maß finden Sie über die Durchmesser-Tabelle.
Ringraumdichtung: Einbauhinweise
- Position: bevorzugt bündig mit der Außenwand, sofern außen keine Dämmung angebracht ist. In Futterrohren ist laut Hersteller auch die Innenseite möglich.
- Eine Dichtung reicht für die Wasserdichtheit, eine zweite ist aus optischen oder mechanischen Gründen möglich.
- Keine Befestigung: Ringraumdichtungen sind keine Lager oder Befestigungspunkte für Rohre und Kabel. Leitungen zugfrei einbauen.
- Erdreich verdichten: Setzungen außen unter der Durchführung vermeiden, sonst wird die Dichtung belastet.
- Montageanleitung des Dichtungsherstellers ist maßgeblich, auch für Gleitmittel und Anzugsreihenfolge der Schrauben.
Statik, Leitungen, Abdichtung: wann Fachbetrieb?
- Tragende Bauteile: Ob in Wand, Pfeiler oder Decke gebohrt werden darf, entscheidet der Tragwerksplaner. Ein Praxisbericht aus der SHK-Fachpresse schildert, dass eine geplante Bohrung in einem tragenden Pfeiler auf Anweisung des Statikers nicht ausgeführt werden durfte.
- Bewehrung: Das Durchtrennen von Bewehrungsstahl ist eine statische Frage, keine Werkzeugfrage.
- Erdberührte Wände und Druckwasser: Die Abdichtung muss zur vorhandenen Abdichtung der Wand passen, etwa bei weißer Wanne oder Außenabdichtung. Das plant ein Fachbetrieb.
- Gas, Strom, Hausanschlüsse: nur durch zugelassene Fachbetriebe bzw. nach Vorgabe des Versorgers.
- Brandschutz: Durchführungen durch Brandwände und Decken brauchen geprüfte Abschottungen.
Den Bohrablauf selbst beschreibt Kernbohrung selber machen, die Maschinenwahl Kernbohrgerät oder Bohrhammer.
Häufige Fragen
Wie viel Gefälle braucht eine Kernbohrung für die Dunstabzugshaube? Das steht in der Anleitung des Mauerkastens. Hersteller nennen Werte um 1 bis 3 Grad nach außen, manche Mauerkästen haben das Gefälle bereits eingebaut.
Kann ich eine Kernbohrung mit Bauschaum abdichten? Für dauerhaft dichte Durchführungen im Außenbereich sehen Hersteller Ringraumdichtungen oder Systemlösungen vor. Was für Ihr Einbauteil zulässig ist, steht in dessen Montageanleitung.
Was tun, wenn die Kernbohrung ausgebrochen ist? Ausbrüche vor dem Einbau einer Ringraumdichtung ausbessern, zum Beispiel mit Schnellbindezement, und poröse Flächen versiegeln.
Wohin gehört die Ringraumdichtung? Laut einem Hersteller bevorzugt bündig an die Außenseite der Wand, sofern dort keine Dämmung sitzt.