Kurzantwort: Die meisten Probleme mit Kernbohrern haben wenige Ursachen: fehlende Kühlung, ungeeigneter Vorschub, falsche Drehzahl, lockere Spannung und stumpfe Schneiden. Die Tabelle unten ordnet Symptome den wahrscheinlichen Ursachen zu. Konkrete Werte liefert immer das Datenblatt von Bohrer und Maschine.
Fehlersuche nach Symptom
| Symptom | Wahrscheinliche Ursachen | Abhilfe |
|---|---|---|
| Bohrer rattert | Maschine oder Werkstück nicht fest, zu hoher Vorschub, zu hohe Drehzahl | Spannung prüfen, Drehzahl neu berechnen, Vorschub gleichmäßig |
| Zähne brechen aus | Stoß beim Anbohren, hoher Vorschub, Vibrationen, bei Hartmetall besonders schlagempfindlich | Vorschub reduzieren, Maschine stabilisieren |
| Schneiden blau, stumpf | Überhitzung durch Reibung oder fehlende Kühlung | Kühlschmierstoff reichlich, Bohrer ersetzen oder nachschleifen |
| Bohrer verläuft beim Ansetzen | kein Ankörnen, Zentrierstift fehlt, Oberfläche schief | Ankörnen, Zentrierstift verwenden, Auflage prüfen |
| Kern klemmt im Bohrer | Auswerferstift fehlt oder passt nicht, Kern verkantet | Auswerferstift prüfen, Kern herausdrücken |
| Maschine schaltet ab | Magnet löst sich, Überlast oder Vibrationen | Auflagefläche reinigen, Vorschub senken |
| Bohrer kommt nicht durch | Schnitttiefe zu klein | Bohrer mit größerer Schnitttiefe wählen |
Magnet verliert Haftung
In Betriebsanleitungen von Magnetbohrmaschinen findet sich der Hinweis, dass die Maschine den Motor abschaltet, wenn der Magnet unter Überlast oder durch Vibration vom Werkstück abgedrückt wird. Erst nach Aus- und Einschalten des Magneten lässt sich wieder starten. Ist die Haftkraft gering, etwa bei dünnem Material oder schmutziger, unebener Fläche, soll der Vorschub sehr niedrig gehalten werden. Sorgen Sie für eine saubere, ebene Auflage. Mindestdicke des Werkstücks und weitere Hinweise zur Haftung nennt die Betriebsanleitung Ihrer Maschine.
Kern steckt fest
Der Kern wird beim Zurückfahren vom Auswerferstift aus dem Bohrer gedrückt. Der Stift kann bei unsachgemäßer Handhabung beschädigt werden. Steckt der Kern, hilft meist Maschine aus, Bohrer zurückfahren und den Kern mit dem Stift herausdrücken. Zubehör wie Auswerferstifte gibt es in der Kernbohrer-Kategorie. Prüfen Sie, ob der Stift zu Durchmesser und Schnitttiefe des Bohrers passt.
Kühlung und Vorschub als Hauptfaktoren
Kühlschmierstoff kühlt, schmiert und führt Späne ab. Passende Mittel finden Sie im Shop unter Kühlschmiermittel. Beim Vorschub gilt: zu wenig kann genauso schaden wie zu viel, weil die Schneide dann nur reibt. Hersteller nennen dafür Vorschubbereiche, die je nach Durchmesser und Werkstoff abweichen. Die Seite Standzeit verlängern erklärt die wichtigsten Maßnahmen im Überblick.
Vor jeder Bohrung: kurze Checkliste
- Maschine und Werkstück sicher aufgespannt?
- Aufnahme passt, Bohrer sitzt fest (Aufnahmen prüfen)?
- Drehzahl berechnet (Formel)?
- Kühlung bereit?
- Zentrierstift und Auswerferstift passend?
- Schneiden unbeschädigt?
Wann ist der Bohrer verschlissen?
Wer immer wieder dieselben Symptome hat, sollte die Schneide prüfen. Zeigen mehrere Zähne Ausbrüche oder Verfärbungen, ist ein Austausch meist sinnvoller als weiteres Bohren. Ob sich ein Schärfen lohnt, beschreibt Kernbohrer nachschleifen.
Häufige Fragen
Warum rattert mein Kernbohrer bei großen Durchmessern? Häufig sind Drehzahl und Vorschub nicht abgestimmt oder die Spannung ist nicht steif genug. Die Drehzahl sollte mit dem Durchmesser sinken.
Kann ich einen Kernbohrer mit ausgebrochenen Zähnen weiterverwenden? Davon ist abzuraten. Die verbleibenden Zähne werden überlastet, die Bohrung wird unrund, und der Bohrer kann weiter ausbrechen.
Was tun, wenn der Magnet nicht hält? Auflagefläche reinigen, auf ferromagnetisches, ausreichend dickes Material achten und Vorschub senken. Die Betriebsanleitung Ihrer Maschine nennt Mindestdicken.
Wie verhindere ich das Verlaufen beim Anbohren? Körnen Sie die Stelle an und nutzen Sie den Zentrierstift, bis die Schneide Fuß gefasst hat.